Berlin, 25. Januar 2012 - Zum heutigen Fachgespräch „Studiengebühren und ihre Auswirkungen auf die Studienbereitschaft“ im Bildungsausschuss des Bundestags erklärt der Bundesvorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), Frederik Ferreau:
„Die Debatte um Studienbeiträge gleicht in Deutschland immer noch einem ideologischen Grabenkampf und muss endlich vom Kopf auf die Füße gestellt werden: Die entscheidende Frage lautet nicht, ob wir für Studienbeiträge sind oder nicht, sondern welche Studienbedingungen wir uns wünschen.
Wer aber bessere Betreuungsrelation oder bessere Studienberatung fordert, muss im nächsten Schritt auch sagen, wo das zusätzliche Geld herkommen soll. Der Ruf nach dem Staat ist angesichts von Rekordverschuldung und Schuldenbremsen ungerecht gegenüber allen Nichtakademikern: Kein anderer Ausbildungsgang wird derzeit in Deutschland so stark privilegiert wie das Studium. So wie der Handwerkermeister seine Meisterausbildung selbst bezahlt, sollte auch der Student sein Studium mitfinanzieren.
Und selbst wenn der Staat zusätzliche Mittel im Bildungsbereich locker machen könnte, müsste dieses Geld in frühkindliche Bildung und in Schulen investiert werden, um am Anfang der Bildungskette soziale Selektion zu vermeiden. An deren Ende aber, an den Hochschulen, brauchen wir mehr privates Geld. Hier hat Deutschland im internationalen Vergleich noch großen Nachholbedarf.
Das Fachgespräch hat deutlich gezeigt, dass Studienbeiträge ein gangbarer Weg sind, um mehr privates Geld an die Hochschulen zu lenken. Eine abschreckende Wirkung von den Beiträgen ist wissenschaftlich nicht nachweisbar. Das belegt die neueste Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Einer ihrer Autoren ist selbst ein bekennender Kritiker von Studienbeiträgen, was die Objektivität der Studie unterstreicht. Das wissen offenbar auch die Kritiker von Studienbeiträgen, die im Bildungsausschuss lieber mit Einzelbeispielen aus ihrer ‚Lebenserfahrung‘ auffielen, statt sich wissenschaftlich mit den Ergebnissen des WZB auseinander zu setzen. Die Debatte um eine angemessene Beteiligung der Studenten an den Hochschulen muss aber endlich ohne ideologische Scheuklappen geführt werden.“
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25.01.2012 -
RCDS Bundesvorstand
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